Archive for the ‘Verkaufszahlen’ Category

Über Datenmonitoring in der Verlagsbranche

Montag, Februar 25th, 2013

Zum Thema Datenmonitoring habe dem Buchreport ein Interview gegeben: „Mit Daten statt Intuition entscheiden“: Sebastian Posth über Vorteile von Big Data für Verlage. Hier der Wortlaut, die Fragen stellte Daniel Lenz:

Über kaum ein anderes Thema wird in internationalen Unternehmen aktuell so viel diskutiert wie über Big Data. Firmen können via Twitter, Facebook sowie mithilfe eigener Communitys die Vorlieben ihrer Zielgruppe detailliert studieren. Für Verlage ist das datengetriebene Handeln jedoch Neuland, wie der E-Book-Experte Sebastian Posth im Interview erklärt. Der Berater skizziert im Vorfeld seines Auftritts auf der TOC buchreport am 23. April in Berlin die Big-Data-Perspektiven. Mehr Informationen über die TOC buchreport finden Sie hier.

In der Verlagswelt wird viel über Big Data gesprochen. Ist das der neue Heilsbringer?
Das operative Geschäft der Verlage ist einem radikalen Wandel unterzogen. Digital Publishing und Social-Media-Marketing, d.h. die neuen Formen des Vertriebs und der Vermarktung von E-Books sowie die veränderte Ansprache von Lesern sorgen für viele neue Herausforderungen, gerade was die Koordination der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder betrifft. Experimente sind dabei zwar sinnvoll, um Erfahrungen zu gewinnen. Wenn es aber um die wirklich wichtigen Entscheidungen für einen ganz neuen Markt geht, dann sollten Verlage es besser mit Jeff Bezos halten und eine methodische Herangehensweise und genaue Datenanalyse dem intuitiven Handeln vorziehen. Datengetriebenes Handeln ist für Verlage ein relativ neues Feld, nicht nur, wenn es um digitale Distribution geht. Aber die Sensibilität für das Thema steigt. Mit Big Data hat dies allerdings aktuell noch nicht viel zu tun.

Woran hapert es?
Bei Big Data geht es um die Analyse riesiger Daten­mengen. Das wird von Buchverlagen aktuell nur selten praktiziert. Wenn man alle Daten aus den unterschiedlichen Quellen zusammenführen und analysieren würde, gäbe es auch für Verlage eine Menge Informationen, aus denen sich relevante Erkenntnisse gewinnen ließen. Das ist übrigens der Ansatz meines Projekts „Monitor“, mit dem wir Verlagen die integrierte Auswertung unterschiedlicher Datenquellen anbieten werden. Die Verkaufsdaten der E-Book-Shops oder Nutzungsdaten der Bibliotheksplattformen sind ganz wichtig, jedoch ohne den entsprechenden Kontext relativ wertlos. Dass Titel verkauft oder lizenziert wurden, ist nur das Ergebnis vorhergehender Aktivitäten. Interessanter ist also: Können diese Marketingaktivitäten gemessen und in einen Zusammenhang mit den Verkaufszahlen gestellt werden?

Welche Daten sollten analysiert werden?
Sicher spielen weiterhin Rezensionen in klassischen Medien eine wichtige Rolle, immer wichtiger werden jedoch Blog- und Leserrezensionen in den Shops sowie auf Lektüreportalen wie Lovelybooks oder Goodreads. Nicht zu vergessen die Reaktionen auf Social-Reading-Plattformen wie Readmill oder Skoobe, wo ebenfalls qualifizierte Bewertungen abgegeben werden. Der Social-Buzz, der via Twitter oder Facebook erzeugt wird, ist zwar nicht weniger interessant, liefert jedoch aktuell oft nur rein quantitative Information über die Traktion eines Titels – selbst ein ‚Like‘ muss nicht immer eine positive Bewertung sein. Entscheidend ist, diese Einflussfaktoren mit den Verkaufszahlen der E-Book-Shops zu verknüpfen, denn die Absatzzahlen an sich bieten nur relative Aussagen über die Popularität einzelner Titel im Vergleich zu anderen. Perspektivisch ließe sich der Datenfokus noch weiter aufziehen, nach den Maßstäben des E-Commerce: Aus den verlagseigenen oder fremden Shopseiten ließen sich weitere Daten extrahieren: Welche Verkäufe entstehen aus Aktionen heraus oder werden nach Leseproben generiert? Wie hat ein Kunde ein Buch gefunden, wonach hat er gesucht? Welche anderen Artikel oder Bücher liegen mit im E-Book-Warenkorb?

Kurzfristige Entscheidungen der Verlage werden dadurch erschwert, dass es kaum Daten der Shops gibt. Welche Perspektiven sehen Sie angesichts dieses Nadelöhrs?
Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Standards beim Datenmonitoring in der Verlagsbranche sehr schnell entwickeln werden. Viele E-Book-Shops liefern Verlagen und Autoren bereits jetzt schon Trenddaten auf täglicher Basis, weitere Shops werden ihre Systeme noch in diesem Jahr darauf einstellen, Verkaufstrends zeitnah an Verlage zu übermitteln. Verlage haben ein Recht auf eine monatliche oder quartalsweise Lizenzabrechnung. Warum sollte man ihnen nicht täglich die Informationen geben, die helfen, den Vertrieb und Vermarktung von E-Books zu verbessern? Davon profitieren doch sowohl Shop als auch Verlag!

Dieser Beitrag erschienen am 21. Februar 2013 auf Buchreport.de

Über Ebook-Marketing und Trenddaten

Mittwoch, Oktober 31st, 2012

Verlage haben die ersten Hürden auf dem digitalen Markt genommen. Nun geht es darum, gemeinsam mit den Ebook-Shops das Handelsmarketing zu verbessern. Dabei spielen Trenddaten über die Ebook-Verkäufe eine zentrale Rolle. (tl|dr) —

Das Ebook ist für Verlage mehr als eine Wette auf die Zukunft. In der Zwischenzeit hat sich das Geschäft für die Verlage, die das Thema ernsthaft und entschlossen angegangen sind, zu einer veritablen Erlösquelle entwickelt.

Der Umsatz, der mit digitalen Medien inzwischen erwirtschaftet wird, liegt bei den Verlagen weit jenseits jener durchschnittlichen 1% Anteil vom Gesamtmarkt, die immer so gern kolportiert werden.

Die Herstellung oder Konvertierung von Ebooks stellen Verlage vielleicht strategisch, nicht jedoch praktisch vor große Herausforderungen. Für die Auslieferung und den Vertrieb der Inhalte an die Shops und Portale stehen in Deutschland so viele Unternehmen parat wie in keinem weiteren Ebook-Markt der Welt.

Mehr Aufmerksamkeit für Ebooks

In diesem immer noch sehr jungen Ebook-Markt werden aktuell eine Reihe von Maßnahmen diskutiert, die Verlagen helfen sollen, ihr Ebook-Geschäft weiter zu professionalisieren. Wichtige Schlagworte sind hier „Discoverability“ und „Social-Media-Marketing“. Gut, denn dies zeigt, dass es nunmehr darum geht, Aufmerksamkeit zu generieren bei potenziellen Lesern; sei es durch gute und aussagekräftige Metadaten, die das Auffinden der Inhalte in den Shops verbessern sollen oder durch gezielte Kundenansprache über Portale wie Facebook, Twitter oder Pinterest. Diese Maßnahmen können flankiert und wesentlich unterstützt werden durch gezielte Aktivitäten im Handelsmarketing.

Gutes Handelsmarketing zeichnet sich dadurch aus, dass Verlage ihren Kunden – und das sind in der Regel die Shops und Plattformen, die Ebooks an Endkunden verkaufen – zusätzlich zu den Metadaten ihrer Titel weitere Informationen über das Umfeld von Autor und Titel bereitstellen, seien dies Informationen über Lesereisen, Medienauftritte, wichtige Rezensionen in Blogs und Printmedien oder die Facebook-Fanpage der Autoren. Dadurch werden die Shops in die Lage versetzt, die Titel der Verlage dort und genau dann umfassend zu bewerben, wenn es am meisten Sinn macht: Auf den Startseiten oder Empfehlungslisten der jeweiligen Homepages, wenn über die Titel gesprochen wird.

Andere Regeln bei Ebook-Marketing

Ausschlaggebend für die erfolgreiche Vermarktung von Ebooks ist das Timing. Ebook-Verkäufe haben einen sehr spitzen Verlauf, denn sie verkaufen sich nur dann, wenn ihnen eine medial vermittelte Aufmerksamkeit zuteil wird, entweder in den Foren, auf den Startseiten oder in den klassischen Medien.

Es ist jedoch etwas anderes, wenn eine Buchhandelskette einen Stapel gedruckter Bücher einkauft, um sie in den Eingangsbereichen der Filialen ihren Laufkunden bereitzustellen, oder ob ein Ebook auf der Startseite eines Shops für eine Woche dem Kunden prominent feilgeboten wird. Gedruckte Bücher sind in der Regel schon verkauft, die Vertriebsarbeit der Verlage findet also weitestgehend im Vorfeld der Veröffentlichung statt. Ein Ebook muss hingegen nicht nur auf den Punkt, sondern möglicherweise auch weit nach dem Veröffentlichungstermin vermarktet werden, ansonsten verschwindet es für immer in den Tiefen des Long Tails.

Aktuelle Informationen über die Marketingtraktion und die verkauften Exemplare unterstützen die Verlage hier bei Ihrer Arbeit ganz wesentlich. Bei jeder Bestellung eines Buchtitels schreibt der Verlag oder seine Auslieferung eine Rechnung an den Kunden. Diese Faktur speist dann wiederum die Reportingsysteme der Auslieferungen, die Verlage zur Analyse ihrer Printverkäufe nutzen können. Das Problem des gegenwärtigen Ebook-Marktes besteht jedoch darin, dass Verlage von den Shops und Plattformen nur jeweils monatlich verbindliche Abrechnungsinformationen darüber erhalten, wie oft sich welcher Titel verkauft hat.

Trenddaten helfen bei der Strategie

Nur wenige Ebook-Shops liefern Verlagen derzeit aktuelle Trenddaten über ihre Ebook-Verkäufe, die Aufschlüsse über die digitale Traktion ihrer Titel geben. Gerade zu Beginn eines neuen Marktes kommen Daten jedoch eine große Bedeutung zu. Mit ihrer Hilfe können Verlage die richtigen strategischen Entscheidungen treffen und die eigenen Aktivitäten bewerten. Daher ist es gerade bei Ebooks wichtig, zeitnah möglichst aussagekräftige Informationen über Ebook-Verkäufe zu erhalten.

Trenddaten dienen als Indikator dafür, ob Produktformat, Pricing, Marketing und Zielgruppenansprache zueinander passen. Sie geben Aufschlüsse über die richtige Veröffentlichungsplanung und Taktung neuer Publikationen. Kurzum, sie sind die Voraussetzung zur Professionalisierung des Ebook-Geschäfts der Verlage.

Und das kommt nicht nur den Verlagen zugute. Ebook-Shops haben ein sehr großes Interesse daran, Marketinginformationen von den Verlagen zu erhalten, um ihre Kunden entsprechend auf interessante Neuerscheinungen hinzuweisen, denn das schlägt sich sehr schnell in zusätzlichen Verkäufen nieder.

Shops und Verlage sind also wechselseitig an der optimalen Vermarktung ihrer Ebook interessiert. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sowohl aufseiten der Verlage als auch aufseiten der Shops die Möglichkeiten geschaffen werden, um die Trends auch zeitnah zu erkennen.

(Dies ist ein Repost meines Beitrags, der zuerst im Buchreport.Magazin, Oktober 2012, S. 102f. erschien, danach auch im Buchreport.Online.)

Der deutsche E-Book-Markt – Von Stockungen keine Spur!

Dienstag, Juni 5th, 2012

Am Montag Mittag veröffentlichte der Börsenverein des deutschen Buchhandels und GfK Panel Services zum zweiten Mal die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 410 Sortimentern, 348 Verlagen und 10.000 Privatpersonen zum deutschen E-Book-Markt im Jahr 2011 sowie zu den Prognosen für die kommenden Jahre. Schon kurz nach der offiziellen Vorstellung der Studie erschien auf ZEIT ONLINE ein Kommentar zu Pressemeldung und Studie unter der Überschrift „E-Book-Verkauf bleibt hinter Erwartungen zurück„.

Offen gesagt, lassen mich schon Überschrift und Teaser etwas ratlos zurück. Denn dort wird behauptet, das Geschäft mit E-Books „stocke“ in Deutschland. „Zwar wurden 2011 doppelt so viele elektronische Bücher verkauft wie im Jahr zuvor. Doch der Anteil am Umsatz bleibt gering.“

Wenn ich die Zahlen korrekt lese, dann hat sich der Marktanteil von E-Books in Relation zum gesamten deutschen Buchmarkt („ohne Fachbücher und Schulbücher“) innerhalb eines Jahres verdoppelt, von 0,5% im Jahr 2010 auf 1% im Jahr 2011. In Zahlen bedeutet das: Der Verkauf von E-Books stieg von 2,0 Millionen E-Books auf 4,7 Millionen im Jahr 2011. Buchreport erwähnt, dass dies einem Umsatz von 38 Million EUR entspricht. Ich bin mir nicht sicher, ob man bei einer Verdopplung des Marktanteils und der verkauften Inhalte von einer Stockung sprechen kann. Und meiner Kenntnis nach gibt es auch keinerlei Anzeichen (abgesehen vielleicht von einem möglichen, leichten Umsatz-Rückgang zum Jahresbeginn), dass sich die Entwicklung im Jahr 2012 nicht genau so fortschreibt und dass für das Jahr 2012 nicht ebenfalls eine Verdopplung des Marktanteils auf zwei Prozent zu erwarten ist.

Erst 49% Prozent der deutschen Verlage haben im vergangenen Jahr E-Books publiziert. 86% der Verlage planen aber den Einstieg in das digitale Geschäft in diesem oder den kommenden Jahren. Es ist also mit einem sehr viel stärkeren und sehr dynamischen Wachstum des Angebots zu rechnen! Denn es sind ja nicht nur die Inhalte der Verlage, die in das digitale Geschäft erst einsteigen. Verlage, die schon länger E-Books veröffentlichen, publizieren ja weiterhin neue E-Books. Die Anzahl der Titel wächst also nicht linear und im Verhältnis zur Anzahl der digital publizierenden Verlage. Zudem gibt es Erfahrungen dahin gehend, dass sich auch der Umsatz, der mit E-Books gemacht wird, nicht proportional im Verhältnis zur Anzahl der Titel verhält. Je mehr Inhalte ein Verlag anbietet, umso mehr verkauft er insgesamt.

Besondere Bedeutung hat aber eine andere Zahl, die von ZEIT ONLINE leider überhaupt nicht angeführt wird. Und die bezeichnet den Anteil, den E-Books am Gesamterlös der Verlage haben. Gern zitiert man die Zahl „1% vom gesamtem Buchmarkt“ (bislang „unter 1% vom gesamten Buchmarkt“), um den Erfolg oder Mißerfolg von E-Books zu belegen. Dieser 1% Marktanteil aber schließt genau die Verlage mit ein, die eben kein digitales Angebot haben. Diese Prozentzahl kann also höchsten ein Hinweis dafür sein, wieviel Geld die Verlagsbranche insgesamt mit E-Books umsetzt. Viel wichtiger ist aber doch (für Verlage) die Frage, wieviel Prozent ihres Gesamtumsatzes die Verlage mit E-Books erzielen, die bereits aktiv digital publizieren. Dieser Anteil liegt im Durchschnitt bei 6,2%, so Börsenverein und GfK. Für 2015 (das ist in drei Jahren!) prognostizieren die Verlage sogar einen Umsatzanteil von 17%!

Wohl angemerkt auch hier: Im Durchschnitt! Ich finde diese Zahl ganz unglaublich gut!

Schaut man sich die deutsche Verlagsbranche und ihr digitales Angebot einmal genau an, dann wird man feststellen, dass es eine Vielzahl von Verlagen gibt, die weniger als 100 Titel über die Shops an Endkunden anbieten, nur 25% der Verlage haben mehr als 100 Titel, im Durchschnitt bieten Deutsche Verlage 162 E-Books an. Interessant wäre es zu erfahren, wie viele E-Books Verlage im Verhältnis zu ihrem gesamten Sortiment anbieten. Denn dann könnte man den Umsatz-Anteil von 6,2% noch einmal besser interpretieren und verstehen, was er für die Verlage bedeutet, die mehr oder weniger als 162 Titel digital veröffentlichen.

Man muss sich allen Ernstes fragen, wie die ungenannte Autorin oder der ungenannte Autor des Kommentars auf ZEIT ONLINE zu seiner Erwartungshaltung kommt, die eine solche Enttäuschung erzeugt. Denn die von Börsenverein und GfK veröffentlichten Zahlen entsprechen exakt den Prognosen der hinlänglich bekannten Studien und bestätigen sie vollumfänglich. Der deutsche Markt entwickelt sich erwartungsgemäß. Man kann sich jedoch nur wünschen, dass man bei der Bewertung des Marktpotenzials in den Medien in Zukunft einmal die Zahlen herbeizitiert, die das Potenzial für diejenigen beschreibt, die sich an dem Markt auch tatsächlich beteiligen.

Drei weitere Aussagen der Studie zum Schluss, die hoffnungsfroh stimmen (zumindest aus der Sicht der Leserinnen und Leser):

– Der durchschnittliche Verkaufspreis von E-Books hat sich von 10,40 EUR im Jahr auf 8,07 EUR reduziert.
– Verlage sprechen sich deutlich gegen technische Kopierschutzverfahren (DRM) aus.
– Der EPUB-Standard hat sich in Deutschland als E-Book-Format durchgesetzt!

Für die Entwicklung des E-Book Marktes bedeuten alle drei Punkte eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums.

Von Stockungen also keine Spur!

Numbers from the German E-Book market (for 2011)

Montag, Juni 4th, 2012

Today, the latest survey on the German ebook market has been published by the German Publishers & Booksellers Association with GfK Panel Services Germany. 410 booksellers and 348 publishers as well as 10.000 individuals have been questioned. You can download the results of the survey here: „Markt mit Perspektiven – das E-Book in Deutschland 2011“ (PDF, German). The press release (also in German) and other numbers can be found here: “Aufbruch oder Umbruch? Der deutsche Buchmarkt und das E-Book”.

The key findings of the survey – among other interesting data on the German market and future perspectives for publishers and booksellers – are:

– In average, in Germany in 2011 ebooks have made 6,2% of the publishers‘ overall revenues, compared to 5,4% in 2010. For 2015 publishers expect an ebook revenue share of 17%!

– The overall ebook market share in Germany in 2011 has been 1%, compared to 0,5% in 2010.

– 49% of German publishers have sold ebooks in 2011, which is a plus of 15% compared to 2010. 90% of the publishers will be publishing digitally in the future. From those publishers, who already offer ebooks, 42% of all new titles are also published in ebook formats. In average, in 2011 German publishers offered 162 ebooks. 85% of all publishers are convinced, that EPUB will become the most important format for them!

– The average retail price (incl. 19% VAT) of German ebooks in 2011 has been 8,07 EUR, compared to 10,40 EUR in 2010. 4,7 Million ebooks have been sold in 2011, compared to 2,0 Million in 2010, which sums up to 38 Million EUR ebook revenues in 2011 (according to Buchreport.de). The number of ebook buyers increased from 540.000 in 2010 to 757.000 in 2011. The relevance of dedicated ebook reading devices is supposed to increase in 2012.

– It is expected, that the revenues of German booksellers („klassischer Buchhandel“) will decrease 16% by 2015 „due to ebook publishing“.

All numbers and data of the German book market will also be published in August under the title: „Buch und Buchhandel in Zahlen 2012“! I can only recommend to have a look at it, if you are interested in the German book market!

 

Longseller, auf hohem Niveau

Montag, April 30th, 2012

Im Mai 2011 publizierte Wolfgang Tischer sein E-Book ‚Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen‘ im Selbstverlag. Im literaturcafe.de legt er seitdem Zeugnis ab über Aktivitäten und Verkaufszahlen des Titels. Ein interessantes und lehrreiches Experiment für Selfpublisher und Verlage gleichermaßen!

In einem Post vom 26. April hat Tischer nun noch einmal die aktuellsten Verkaufszahlen zusammengefasst und aktualisiert – anlässlich der Diskussionsrunde auf der re:publica-12 zum Thema ‚Selfpublishing – Was Autoren vom Self-Publishing erwarten können (und was nicht)‘. Schaut man sich die Daten an, dann ergibt sich ein interessantes Bild. Insbesondere dann, wenn man einmal versucht, den Kurvenverlauf abstrakt zu betrachten zeigt sich: Tischers Titel ist ein Longseller auf hohem Niveau.

Doch werfen wir kurz einen Blick auf einzelne Monate. Der Titel startet durch im Juni, mit 553 Verkäufen. Und das hat einen Grund: Am 19. Juni stellt SPIEGEL ONLINE „die E-Book-Frage: Wer braucht noch einen Verlag?“ und berichtete ausführlich über Tischers Titel. Das sorgte für einen guten Einstieg. Danach gibt es zwei Peaks, einen im Oktober und einen im Dezember, die ebenfalls leicht erklärt sind: Im Oktober begann Amazon mit dem Verkauf des Kindle 4, erstmals mit deutscher Menüführung und voll lokalisiert, zu haben zu einem Preis von unter 100 EUR. Das hat sicher bei vielen Autorinnen und Autoren die Neugier für das neue Medium geweckt. Der Dezember war überhaupt ein starker Monat für E-Books. Viele Reader und Devices wurden gekauft und verschenkt, der Peak, den alle Anbieter von Inhalten gleichermaßen stark wahrgenommen haben, die natürliche Folge davon.

„Rechnet“ man nun einmal die Peaks einzelner Monate heraus (rote Kurve), so zeigt sich: ‚Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen‘ weist einen relativ typischen Verlauf auf. Der negative Rückgang liegt jedoch auf hohem Niveau! Nach 9 Monaten noch mehr als 200 E-Books im Monat zu verkaufen, das ist beachtlich. Bei Tischers Titel erklärt sich das vielleicht aus dem Genre: Technik-Ratgeber. Denn Longseller sind einerseits Titel, die kontinuierlich für Aufmerksamkeit sorgen oder Bücher mit Gebrauchswert, die sich gut verkaufen, solange die Fragen offen bleiben, die sie thematisieren (oder tabuisiert werden, was Charlotte Roches Riesenerfolg ‚Feuchtgebiete‘ verdeutlicht). Bei herkömmlichen Romanen wird der Verlauf der Kurve aber vermutlich anders aussehen: Mehr Sales zum Verkaufsstart, ein schwächerer Longtail.

Welche Schlüsse kann man nur als (Selbst-)Verleger ziehen, abgesehen davon, dass Tischer technisch einfach sehr viel richtig gemacht hat – und somit den Nutzwert seines E-Books über den Verkauf von E-Books unter Beweis stellt.

E-Books dürfen nicht einfach publiziert werden! Jede Veröffentlichung muss durch ein zielgruppen- und titelbezogenes Marketing und PR angestoßen werden, flankiert durch gute Kommunikationsarbeit via Facebook, Twitter und die Social-Media-Kanäle der Wahl. Gibt es eine Geschichte zum Buch? Wer schreibt hier worüber? Warum wird der Titel genau jetzt veröffentlicht? Richtiges Timing und Taktung sind Schlüsselkompetenzen für die Veröffentlichung von E-Books. Ein Artikel auf SPIEGEL ONLINE parallel zur Veröffentlichung, davon kann man natürlich als Publisher nur träumen, rechnen kann man damit nicht.

Aber nicht nur die Latenz des Themas E-Books in den alten Medien; bei Tischers Titel hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch sein offener Umgang mit den Verkaufszahlen dazu geführt, dass WDR, das ZDF und der Elektronische Reporter ihn als Experten zurate gezogen haben, um dieses für sie neue Thema zu erhellen.

Nur die kontinuierliche Aufmerksamkeit für ein Thema, eine Autorin, eine Geschichte oder Serie/Reihe sorgt dafür, dass einzelne E-Books in den sichtbaren Bereichen der Shops ‚auftaucht‘, wie z.B. Empfehlungslisten, Genreseiten, Top10. Deshalb eignen sich Serien und Fortsetzungen bei elektronischen Veröffentlichungen von Romanen und Sachbüchern/Ratgebern gleichermaßen. Als Belege siehe man nur die großartigen Erfolge von Jonas Winners ‚Berlin Gothic‘, E.L. James ‚Fifty Shades of Grey’, die Webnovel ‚Apocalypsis‘ oder den neuen E-Book Knaller ‚Survivor‘ von Bastei Lübbe.

Auch regelmäßige Updates von Fachbüchern, wie im Fall von Tischers E-Book, sind ein Zeichen für aktuelle und aktualisierte Informationen in einem kompakten Format. Das bindet bestehende und findet neue Leser für digitale Bücher, so dass man erwarten kann, dass sich die Kurve auch weiterhin nur moderat rückläufig entwickelt!