New Homepage of Publishing Data Networks

Dienstag, März 18th, 2014

I would like to direct you to the new homepage of Publishing Data Networks: www.publishingdata.net. Have a look at the site, and please get in touch with me, if you have any further questions, if you would like to know more about data analytics in publishing or start using Monitor! You can also subscribe to our newsletter to get informed about the latest developments of our product and company.

Über Datenmonitoring in der Verlagsbranche

Montag, Februar 25th, 2013

Zum Thema Datenmonitoring habe dem Buchreport ein Interview gegeben: „Mit Daten statt Intuition entscheiden“: Sebastian Posth über Vorteile von Big Data für Verlage. Hier der Wortlaut, die Fragen stellte Daniel Lenz:

Über kaum ein anderes Thema wird in internationalen Unternehmen aktuell so viel diskutiert wie über Big Data. Firmen können via Twitter, Facebook sowie mithilfe eigener Communitys die Vorlieben ihrer Zielgruppe detailliert studieren. Für Verlage ist das datengetriebene Handeln jedoch Neuland, wie der E-Book-Experte Sebastian Posth im Interview erklärt. Der Berater skizziert im Vorfeld seines Auftritts auf der TOC buchreport am 23. April in Berlin die Big-Data-Perspektiven. Mehr Informationen über die TOC buchreport finden Sie hier.

In der Verlagswelt wird viel über Big Data gesprochen. Ist das der neue Heilsbringer?
Das operative Geschäft der Verlage ist einem radikalen Wandel unterzogen. Digital Publishing und Social-Media-Marketing, d.h. die neuen Formen des Vertriebs und der Vermarktung von E-Books sowie die veränderte Ansprache von Lesern sorgen für viele neue Herausforderungen, gerade was die Koordination der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder betrifft. Experimente sind dabei zwar sinnvoll, um Erfahrungen zu gewinnen. Wenn es aber um die wirklich wichtigen Entscheidungen für einen ganz neuen Markt geht, dann sollten Verlage es besser mit Jeff Bezos halten und eine methodische Herangehensweise und genaue Datenanalyse dem intuitiven Handeln vorziehen. Datengetriebenes Handeln ist für Verlage ein relativ neues Feld, nicht nur, wenn es um digitale Distribution geht. Aber die Sensibilität für das Thema steigt. Mit Big Data hat dies allerdings aktuell noch nicht viel zu tun.

Woran hapert es?
Bei Big Data geht es um die Analyse riesiger Daten­mengen. Das wird von Buchverlagen aktuell nur selten praktiziert. Wenn man alle Daten aus den unterschiedlichen Quellen zusammenführen und analysieren würde, gäbe es auch für Verlage eine Menge Informationen, aus denen sich relevante Erkenntnisse gewinnen ließen. Das ist übrigens der Ansatz meines Projekts „Monitor“, mit dem wir Verlagen die integrierte Auswertung unterschiedlicher Datenquellen anbieten werden. Die Verkaufsdaten der E-Book-Shops oder Nutzungsdaten der Bibliotheksplattformen sind ganz wichtig, jedoch ohne den entsprechenden Kontext relativ wertlos. Dass Titel verkauft oder lizenziert wurden, ist nur das Ergebnis vorhergehender Aktivitäten. Interessanter ist also: Können diese Marketingaktivitäten gemessen und in einen Zusammenhang mit den Verkaufszahlen gestellt werden?

Welche Daten sollten analysiert werden?
Sicher spielen weiterhin Rezensionen in klassischen Medien eine wichtige Rolle, immer wichtiger werden jedoch Blog- und Leserrezensionen in den Shops sowie auf Lektüreportalen wie Lovelybooks oder Goodreads. Nicht zu vergessen die Reaktionen auf Social-Reading-Plattformen wie Readmill oder Skoobe, wo ebenfalls qualifizierte Bewertungen abgegeben werden. Der Social-Buzz, der via Twitter oder Facebook erzeugt wird, ist zwar nicht weniger interessant, liefert jedoch aktuell oft nur rein quantitative Information über die Traktion eines Titels – selbst ein ‚Like‘ muss nicht immer eine positive Bewertung sein. Entscheidend ist, diese Einflussfaktoren mit den Verkaufszahlen der E-Book-Shops zu verknüpfen, denn die Absatzzahlen an sich bieten nur relative Aussagen über die Popularität einzelner Titel im Vergleich zu anderen. Perspektivisch ließe sich der Datenfokus noch weiter aufziehen, nach den Maßstäben des E-Commerce: Aus den verlagseigenen oder fremden Shopseiten ließen sich weitere Daten extrahieren: Welche Verkäufe entstehen aus Aktionen heraus oder werden nach Leseproben generiert? Wie hat ein Kunde ein Buch gefunden, wonach hat er gesucht? Welche anderen Artikel oder Bücher liegen mit im E-Book-Warenkorb?

Kurzfristige Entscheidungen der Verlage werden dadurch erschwert, dass es kaum Daten der Shops gibt. Welche Perspektiven sehen Sie angesichts dieses Nadelöhrs?
Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Standards beim Datenmonitoring in der Verlagsbranche sehr schnell entwickeln werden. Viele E-Book-Shops liefern Verlagen und Autoren bereits jetzt schon Trenddaten auf täglicher Basis, weitere Shops werden ihre Systeme noch in diesem Jahr darauf einstellen, Verkaufstrends zeitnah an Verlage zu übermitteln. Verlage haben ein Recht auf eine monatliche oder quartalsweise Lizenzabrechnung. Warum sollte man ihnen nicht täglich die Informationen geben, die helfen, den Vertrieb und Vermarktung von E-Books zu verbessern? Davon profitieren doch sowohl Shop als auch Verlag!

Dieser Beitrag erschienen am 21. Februar 2013 auf Buchreport.de

Über Ebook-Marketing und Trenddaten

Mittwoch, Oktober 31st, 2012

Verlage haben die ersten Hürden auf dem digitalen Markt genommen. Nun geht es darum, gemeinsam mit den Ebook-Shops das Handelsmarketing zu verbessern. Dabei spielen Trenddaten über die Ebook-Verkäufe eine zentrale Rolle. (tl|dr) —

Das Ebook ist für Verlage mehr als eine Wette auf die Zukunft. In der Zwischenzeit hat sich das Geschäft für die Verlage, die das Thema ernsthaft und entschlossen angegangen sind, zu einer veritablen Erlösquelle entwickelt.

Der Umsatz, der mit digitalen Medien inzwischen erwirtschaftet wird, liegt bei den Verlagen weit jenseits jener durchschnittlichen 1% Anteil vom Gesamtmarkt, die immer so gern kolportiert werden.

Die Herstellung oder Konvertierung von Ebooks stellen Verlage vielleicht strategisch, nicht jedoch praktisch vor große Herausforderungen. Für die Auslieferung und den Vertrieb der Inhalte an die Shops und Portale stehen in Deutschland so viele Unternehmen parat wie in keinem weiteren Ebook-Markt der Welt.

Mehr Aufmerksamkeit für Ebooks

In diesem immer noch sehr jungen Ebook-Markt werden aktuell eine Reihe von Maßnahmen diskutiert, die Verlagen helfen sollen, ihr Ebook-Geschäft weiter zu professionalisieren. Wichtige Schlagworte sind hier „Discoverability“ und „Social-Media-Marketing“. Gut, denn dies zeigt, dass es nunmehr darum geht, Aufmerksamkeit zu generieren bei potenziellen Lesern; sei es durch gute und aussagekräftige Metadaten, die das Auffinden der Inhalte in den Shops verbessern sollen oder durch gezielte Kundenansprache über Portale wie Facebook, Twitter oder Pinterest. Diese Maßnahmen können flankiert und wesentlich unterstützt werden durch gezielte Aktivitäten im Handelsmarketing.

Gutes Handelsmarketing zeichnet sich dadurch aus, dass Verlage ihren Kunden – und das sind in der Regel die Shops und Plattformen, die Ebooks an Endkunden verkaufen – zusätzlich zu den Metadaten ihrer Titel weitere Informationen über das Umfeld von Autor und Titel bereitstellen, seien dies Informationen über Lesereisen, Medienauftritte, wichtige Rezensionen in Blogs und Printmedien oder die Facebook-Fanpage der Autoren. Dadurch werden die Shops in die Lage versetzt, die Titel der Verlage dort und genau dann umfassend zu bewerben, wenn es am meisten Sinn macht: Auf den Startseiten oder Empfehlungslisten der jeweiligen Homepages, wenn über die Titel gesprochen wird.

Andere Regeln bei Ebook-Marketing

Ausschlaggebend für die erfolgreiche Vermarktung von Ebooks ist das Timing. Ebook-Verkäufe haben einen sehr spitzen Verlauf, denn sie verkaufen sich nur dann, wenn ihnen eine medial vermittelte Aufmerksamkeit zuteil wird, entweder in den Foren, auf den Startseiten oder in den klassischen Medien.

Es ist jedoch etwas anderes, wenn eine Buchhandelskette einen Stapel gedruckter Bücher einkauft, um sie in den Eingangsbereichen der Filialen ihren Laufkunden bereitzustellen, oder ob ein Ebook auf der Startseite eines Shops für eine Woche dem Kunden prominent feilgeboten wird. Gedruckte Bücher sind in der Regel schon verkauft, die Vertriebsarbeit der Verlage findet also weitestgehend im Vorfeld der Veröffentlichung statt. Ein Ebook muss hingegen nicht nur auf den Punkt, sondern möglicherweise auch weit nach dem Veröffentlichungstermin vermarktet werden, ansonsten verschwindet es für immer in den Tiefen des Long Tails.

Aktuelle Informationen über die Marketingtraktion und die verkauften Exemplare unterstützen die Verlage hier bei Ihrer Arbeit ganz wesentlich. Bei jeder Bestellung eines Buchtitels schreibt der Verlag oder seine Auslieferung eine Rechnung an den Kunden. Diese Faktur speist dann wiederum die Reportingsysteme der Auslieferungen, die Verlage zur Analyse ihrer Printverkäufe nutzen können. Das Problem des gegenwärtigen Ebook-Marktes besteht jedoch darin, dass Verlage von den Shops und Plattformen nur jeweils monatlich verbindliche Abrechnungsinformationen darüber erhalten, wie oft sich welcher Titel verkauft hat.

Trenddaten helfen bei der Strategie

Nur wenige Ebook-Shops liefern Verlagen derzeit aktuelle Trenddaten über ihre Ebook-Verkäufe, die Aufschlüsse über die digitale Traktion ihrer Titel geben. Gerade zu Beginn eines neuen Marktes kommen Daten jedoch eine große Bedeutung zu. Mit ihrer Hilfe können Verlage die richtigen strategischen Entscheidungen treffen und die eigenen Aktivitäten bewerten. Daher ist es gerade bei Ebooks wichtig, zeitnah möglichst aussagekräftige Informationen über Ebook-Verkäufe zu erhalten.

Trenddaten dienen als Indikator dafür, ob Produktformat, Pricing, Marketing und Zielgruppenansprache zueinander passen. Sie geben Aufschlüsse über die richtige Veröffentlichungsplanung und Taktung neuer Publikationen. Kurzum, sie sind die Voraussetzung zur Professionalisierung des Ebook-Geschäfts der Verlage.

Und das kommt nicht nur den Verlagen zugute. Ebook-Shops haben ein sehr großes Interesse daran, Marketinginformationen von den Verlagen zu erhalten, um ihre Kunden entsprechend auf interessante Neuerscheinungen hinzuweisen, denn das schlägt sich sehr schnell in zusätzlichen Verkäufen nieder.

Shops und Verlage sind also wechselseitig an der optimalen Vermarktung ihrer Ebook interessiert. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sowohl aufseiten der Verlage als auch aufseiten der Shops die Möglichkeiten geschaffen werden, um die Trends auch zeitnah zu erkennen.

(Dies ist ein Repost meines Beitrags, der zuerst im Buchreport.Magazin, Oktober 2012, S. 102f. erschien, danach auch im Buchreport.Online.)