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Urteil Na ja Lesebefehl: Intermezzo (Sally Rooney)
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Lesebefehl: Intermezzo (Sally Rooney)

Sally Rooney schreibt über junge Menschen in Dublin, die komplizierte Gefühle haben und schlecht kommunizieren. Das war in Normal People so, das war in Conversations with Friends so, und das ist auch in Intermezzo so, wobei die Hauptfiguren diesmal etwas älter sind und die komplizierten Gefühle entsprechend reifer, wenn auch nicht weniger umständlich.

Ich habe dieses Buch gelesen. Ich habe es in einem angemessenen Tempo gelesen. Ich war nicht unzufrieden.

Rooneys Stärke ist die Beobachtung. Sie sieht, wie Menschen miteinander sprechen – oder nicht sprechen –, und sie gibt dieser Beobachtung eine Form, die präzise ist. Die Sätze sind knapp. Man liest sie schnell, weil sie sich schnell lesen lassen, und hinterher fragt man sich, ob die Schnelligkeit ein Gewinn oder ein Verlust war.

Was mich diesmal weniger überzeugt hat: Die emotionale Dringlichkeit, die Normal People trug, fehlt. Intermezzo ist ein gutes Buch. Es ist kein notwendiges Buch. Die Schachszenen sind strukturell die schwächsten Momente des Romans, was ich sage, obwohl ich Schach respektiere.

Na ja, also. Lesen kann man es. Man sollte es nicht zur Pflichtlektüre erklären.