Jemand hat mich gefragt, was der Unterschied zwischen einem Sachbuch und einem Fachbuch sei. Ich habe geantwortet. Die Person hat getan, als wäre die Antwort uninteressant. Das war unhöflich, aber ich war es gewohnt.
Trotzdem: Die Unterscheidung zählt, und sie ist einfacher, als man denkt.
Ein Sachbuch ist für alle. Es erklärt etwas – die Quantenphysik, den Zweiten Weltkrieg, das Nervensystem – so, dass ein gebildeter Mensch ohne Vorkenntnisse es verstehen kann. Es setzt auf Lesbarkeit. Es opfert manchmal Präzision für Zugänglichkeit. Das kann ein Fehler sein, ist aber meistens eine vernünftige Entscheidung.
Ein Fachbuch ist für Experten. Es setzt Vorkenntnisse voraus. Es verwendet Terminologie, ohne sie zu erklären. Es schreibt für Menschen, die den Diskurs kennen, an dem es teilnimmt. Es wäre beleidigend, diese Bücher für Laien zugänglich zu machen – das würde ihren eigentlichen Lesern die Zeit stehlen.
Warum zählt das? Weil es beeinflusst, wie man ein Buch liest und bewertet. Ein Sachbuch, das simplifiziert, ist kein schlechtes Fachbuch – es ist ein Sachbuch, das seinen Job macht. Ein Fachbuch, das Einsteiger überfordert, ist kein schlechtes Sachbuch – es ist ein Fachbuch, das nicht für Einsteiger gedacht ist.
Die Verwirrung entsteht, wenn Verlage Fachbücher als Sachbücher vermarkten oder umgekehrt. Das ist meistens eine Marketingentscheidung und führt zu schlechten Rezensionen von Lesern, die das falsche Buch gekauft haben.
Mein Rat: Vor dem Kauf prüfen, für wen das Buch gedacht ist. Das steht meistens im Klappentext, wenn man ihn liest. Viele Menschen lesen den Klappentext nicht. Das erklärt viele Enttäuschungen.